Meine Fotoreviere
Buch, Karow und die Umgebung
Die Gegend von Buch und Karow kann auf eine lange Siedlungsgeschichte zurückblicken. Werkzeugfunde aus Stein
und Knochen belegen, dass bereits in der Steinzeit, also vor rund 10.000 Jahren als die Eismassen der letzten Eiszeit
verschwanden, Menschen hier gelebt haben. Damals bestand die Vegetation noch aus kargen Moosen, Flechten und
Zwergsträuchern und die Jäger zogen als Nomaden durch die Tundra.
Natürlich ist vom ersten Auftreten des Menschen in dieser Region bis heute viel passiert. Die Natur
hatte sich in eine dicht bewaldete Region gewandelt, die mit vielen kleinen Bächen und einer
mäandernden Panke durchzogen war. Doch die Menschen brauchten nicht nur Bau- und Brennholz, sie
mussten auch Ackerbau betreiben und so wurden große Teile des Waldes abgeholzt und die Panke begradigt.
Siedlungen wurden angelegt, durch Kriege zerstört und wieder aufgebaut. Pestepidemien dezimierten die Bevölkerung.
Bis Anfang des 20.Jahrhunderts waren Buch und Karow eher kleine Dörfer. Im Jahr 1900 bewohnten nur 395 Menschen Buch.
Das änderte sich mit dem Bau der Krankenhausanstalten schnell und heute leben etwa 13.500 Einwohner in Buch.
In Karow lebten 1920 nur 949 Einwohner, heute sind es fast 23.000.
Inzwischen sind Buch und Karow zwei von 13 Ortsteileilen im Bezirk Pankow von Berlin. Sie grenzen an das Land Brandenburg,
bzw. an das Barnimer Land und sind dadurch ideale Ausgangspunkte für naturkundliche Exkursionen.
Die Moorlinse
Die Moorlinse Buch, nicht weit vom S-Bahnhof Buch gelegen, ist ein Niedermoor der Pankeniederung und gehört zum
LSG Bucher Forst. Sie hat eine Fläche von ca. 9ha, ist bis zu 6 Meter tief und von einem dichten Schilf- und
Sumpfgürtel umgeben.
Seit die Stadt Berlin die Trinkwasserförderung aus Buch eingestellt hat, entwickelte sich die Moorlinse zu
einem ganz besonderen Gewässer mit einer faszinierenden Artenvielfalt. Besonders Ornithologen schätzen
die Moorlinse mit ihren guten Beobachtungsmöglichkeiten. So kann man dort u.a. Zwerg- und Rothalstaucher,
verschiedene Entenarten, Schwäne, Graugänse und viele andere Vogelarten entdecken. Im Spätsommer
gesellen sich noch Rast- und Zugvögel dazu. Im Schilf übernachten tausende Stare, um sich am Tage auf
den nahe gelegenen Hochmasten zu sammeln.
Aber auch die Amphibien- und Reptilienwelt hat sich positiv entwickelt. Seit 2005 stellt der NABU im Frühjahr
Fangzäune an dem Weg entlang des Bahndamms auf, damit die Tiere unbeschadet über die viel befahrene
Straße gelangen. Bei dieser Gelegenheit werden die Tiere natürlich bestimmt und gezählt. Auf
diese Weise haben die Mitarbeiter des NABU dort zum Beispiel die europaweit geschützte Knoblauchkröte,
aber auch Teichmolche, verschiedene Froscharten, Zauneidechsen und Ringelnattern aus den Fangeimern aufgelesen.
Sie tragen sie über die Strasse zur Moorlinse, damit diese dort ungestört laichen können.
Nicht vergessen darf man die Insektenwelt. Sie ist noch nicht so gut dokumentiert, aber dennoch vorhanden. Wenn
man genau hinsieht, kann man Libellen über das Wasser gleiten sehen, Schachbrettfalter und Tagpfauenauge
saugen, neben vielen anderen Schmetterlingen, mit ihrem Rüssel Nektar, besonders von den vielen Disteln
und in den Fangeimern hat sich der eine oder andere Schwimm- und Wasserkäfer verirrt. Natürlich wurden
auch diese wohlbehalten über die Straße getragen. Andere Käfer, wie z.B. der geschützte
Moschusbock, leben im Schilf oder auf dem sumpfigen Boden.
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Das NSG Mittelbruch
Die alten Torfstiche am Rand von Buch sind 1997 zum 31,2 ha großen Naturschutzgebiet "Mittelbruch"
ausgewiesen worden und gehören zum Naturpark Barnim. Zu diesem Gebiet gehören nicht nur die drei
Torfstiche selbst, sondern auch die Niedermoorwiesen und der angrenzende Waldbereich. Am besten erreicht
man sie über die Eupener Straße, gleich am Wendekreis beginnt das kleine Gebiet.
Zwei der Gewässer, der Kleine und der Große Torfstich, kann man über die Wege gut erreichen
und von dort zum Bucher Forst und den Rieselfeldern gelangen. Der Nordstich ist inzwischen extra umzäumt
und als Biosphäre ausgewiesen. Ihn kann man auf einem schmalen Trampelpfad an der Kleingartenanlage umgehen.
Alle drei Stiche sind durch den Röntgentaler Graben miteinander verbunden, der in den Waldgraben fließt
und dieser mündet wiederum in der Bogenseekette.
Im Laufe der Jahre hat sich dort ein einzigartiger Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten entwickelt,
der nicht nur durch seine Lage, sondern besonders wegen seiner Schönheit die Bucher Region bereichert.
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Der Schlosspark von Buch
Der Schlosspark von Buch wurde 1670 von Gerhard Bernhard Freiherr von Pölnitz als Garten angelegt.
Minister Adam Otto von Viereck und Otto Karl Friedrich von Voß bauten in den folgenden 150 Jahren
das damalige Herrenhaus zum Schloss aus, errichteten an der Stelle der alten Dorfkirche die Schlosskirche
Buch und erweiterten den Park.
Während des zweiten Weltkrieges wurde das Schloss kaum beschädigt, doch musste es 1964 wegen
erheblicher Mängel in der Bausubstanz abgerissen werden. Heute kann man den Standort noch an dem
Plateau im Park erkennen.
Die Schlosskirche brannte 1943 innen aus und der Turm wurde fast vollständig zerstört. Zwischen
1950 und 1953 wurde sie ohne Turm wieder aufgebaut.
Der Schlosspark selbst wurde bis 1972 neu angelegt. Doch die alten Kanäle und viele der alten Alleen
die von Pölnitz damals anlegte sind noch erhalten. 14 Brücken überspannen heute die
Kanäle, darunter auch die kleinste Brücke Berlins.
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Der Bucher Forst
Der Bucher Forst hat eine Gesamtfläche von etwa 1.100 ha, wobei 600 ha dem Land Berlin und 500 ha
dem Land Brandenburg gehören. Man findet in ihm den einzig noch verbliebenen Hochwald im Norden Berlins,
Sand- und Wiesenflächen, ausgedehnte Feuchtgebiete der Lietzengrabenniederung und die Bogenseekette.
Die Rieselfelder von Hobrechtsfelde zählen ebenfalls zum "Landschaftsschutzgebiet Bucher Forst".
Durch die unterschiedlichen Böden wachsen dort die verschiedensten Baumarten. Ein reichhaltiger
Mischwald hat sich gebildet und wird von der Försterei auch erhalten.
Der Lietzengraben, der keine eigene Quelle besitzt, fließt von Bernau am Gorinsee vorbei, durch
die ehemaligen Rieselfelder von Hobrechtsfelde und mündet bei den Karower Teichen in die Panke.
Er wurde als Teil eines Entwässerungssystems angelegt und speist heute durch seine etlichen
Seitenarme viele Feuchtgebiete.
Der Bogensee ist eine in der Eiszeit entstandene Senke, die beiden anderen Seen, Karpfenteiche genannt,
legte man zur Fischzucht an. Sie sind durch den Seegraben, ein Seitenarm des Lietzengrabens, miteinander
verbunden und gehören heute zu einem 132 ha großen Naturschutzgebiet innerhalb des Bucher Forstes.
Die ehemaligen Rieselfelder von Hobrechtsfelde, auch Hobrechtswald genannt, leiden immer noch unter den
Folgen der Abwässerversielung aus früheren Jahren. Doch mit Hilfe des "Bucher-Verfahrens", bei
dem mergelhaltiger Lehm von verschiedenen Baustellen unter den belasteten Boden gemischt wird, versucht
man den jungen Bäumen dort ein Überleben zu gewährleisten. Leider schaffen es nur wenige
Arten mit den Bedingungen klar zu kommen, und es konnte aus Kostengründen bis jetzt nur rund ein
Drittel des Bodens behandelt werden. Doch trotz der schlechten Bedingungen hat sich in der halboffenen
Buschlandschaft eine vielfältige Fauna entwickelt. Neben dem Pirol kann man dort den sehr seltenen
Schwalbenschwanz und gelegentlich sogar eine Feuerlibelle entdecken.
Im Herbst zeigt sich der Bucher Forst von seiner schönsten Seite. Wenn die Blätter ihre bunte
Färbung annehmen und die milden Sonnenstrahlen den feuchten Waldboden erwärmen, werden
ausgedehnte Spaziergänge zu einem besonderen Erlebnis: Viele Wege und Schleichwege verwandeln
sich zu sumpfigen Abenteuerpfaden, die nur mit gutem wasser- und rutschfestem Schuhwerk durchquert
werden sollten. Doch die Mühe lohnt sich. Die klare Luft und der feine Geruch von frischer Erde
sind eine Wohltat für Körper und Geist.
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Die Karower Teiche
Das 127 ha große Naturschutzgebiet der Karower Teiche besteht aus vier Teichen, Wäldern
und Feuchtwiesen. Im 19. Jahrhundert baute man dort große Torfbereiche ab, aus denen später
der Insel- und der Weidenteich entstanden. Die beiden anderen Teiche, der Enten- und der Schilfteich,
wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts zur Fischzucht ausgehoben.
Die Fischzucht musste jedoch in den 1920er Jahren, genau wie in der Bogenseekette, aufgegeben werden.
Zu dieser Zeit verstärkte man die Verrieselung der Abwässer und die Wasserqualität
verschlechterte sich dramatisch. Als 1985 die Verrieslung bei Hobrechtsfelde eingestellt wurde, sank
der Wasserspiegel in den Teichen und die Vegetation konnte sich ungehindert ausbreiten.
1994 wurden die Karower Teiche unter Naturschutz gestellt. Heute sind große Teile des Gebietes
eingezäunt und Aussichtsplattformen aufgestellt worden. Schautafeln zeigen dem interessierten
Wanderer die gefiederten Bewohner.
Am Tag, vor allem am Wochenende, sind die Karower Teiche ein beliebtes Ausflugsziel für viele
Berliner. Kommt man in den frühen Morgenstunden dorthin, kann man fast immer Rotwild auf den
Gänsewiesen entdecken, auf denen sich auch viele Brut- und Rastvögel aufhalten. Auf einem
einsamen alten Baum mitten im Inselteich brüten jedes Jahr Kraniche, die man sich von der
Aussichtsplattform und mit einem Fernglas bewaffnet gut ansehen kann.
Aber man kann dort nicht nur viele Tiere beobachten. Auch die Flora zeigt sich besonders im
Frühling von ihrer schönsten Seite. Auf den trockenen Flächen wachsen dort
Sumpf-Gänsedisteln und Sumpfdotterblumen und in den feuchteren Regionen kann man u.a.
Wiesenschaumkraut entdecken.
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Der Hobrechtswald
Die Rieselfelder bei Hobrechtsfelde, die eigentlich zu den Bucher Forsten gehören, wurden über 60 Jahre bis
1985 zur Abwasserbehandlung genutzt. Seit dem ist das Gebiet nicht nur trockengefallen, der Boden ist zudem mit
Schadstoffen verseucht. Seit 2004 läuft ein Projekt zur Stabilisierung des Geländes. Der Revierförster
Olaf Zscheuner hat im Auftrag der Berliner Forsten mit der Renaturierung begonnen.
Seit dem hat sich viel getan. Es gibt Reinigungsteiche, die mit geklärtem Wasser aus dem Klärwerk Schönerlinde
gespeist werden, und das Wasser biologisch nachreinigen sollen. Der Boden wurde mit Lehm versetzt, welcher die Schadstoffe
binden soll (sog. Bucher Verfahren). Das gesamte Gebiet wurde aufgeforstet und die Natur beginnt sich zu erholen.
Ein Riesellehrpfad wurde angelegt, welcher durch die alten Rieselrohre gekennzeichnet ist. Zahlreiche Arten siedeln sich
im meist halboffenen Gelände an, u.a. die Goldammer und der Neuntöter, aber auch Amphibien wie die Knoblauchkröte.
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Die Schönower Heide
Die Schönower Heide wurde bis 1991 von verschiedenen Militärs als Truppenübungsplatz genutzt. Dadurch entstand
eine ca. 500 ha große Fläche mit Sandoffenflächen, Sandmagerrasen, Pionierwäldern und Heideflächen.
Heute ist die Schönower Heide ein Naturschutzgebiet im Naturpark Barnim in dem man u.a. viele vom Aussterben bedrohte
Vogelarten sehen kann. Die ausgewiesenen Wege sind von der alten Munition befreit worden, sodass man dort gefahrlos spazieren gehen kann.
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Das Briesetal
Das Briesetal liegt in der Nähe von Birkenwerder und Borgsdorf. Durch das ca. 16 km lange Tal mäandert der Briesebach,
welcher aus dem Wandlitzsee bei Zühlsdorf entspringt und bei Birkenwerder in die Havel mündet. Das artenreiche Tal ist
geprägt durch Nadel- und Mischwälder, kleineren Wiesen und Feuchtgebieten.
Die Hubertusbrücke ist eine von mehreren Möglichkeiten die Uferseite zu wechseln. Dort ist ein schöner Rastplatz
angelegt, auf dem man auch mit einer großen Gruppe bequem eine Wanderpause einlegen kann.
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Texquellen
"Pankower Landschaften" vom Kulturring in Berlin e.V. , Berlin 2004
"Pankower Bilderbögen - Die Dörfer in Pankow" von BBJ Servis GmbH
"Baudenkmale in Pankow" von Barbara Keil, 1993
"Zur Geschichte von Berlin-Buch" vom Freundeskreis der Chronik Pankow .V.,Editon Hentrich Verlag, 1995
www.nabu.de
www.berliner-rieselfelder.de
www.stiftung-naturschutz.de
www.barnimnatur.de
www.naturparkbarnim.de
www.stadtentwicklung-berlin.de